Bahnverkehr

Fernzüge „nur die Spitze des Eisbergs“ – Bahnverband beklagt auch Verspätungen im Güterverkehr

Der Lobbyverband Allianz pro Schiene sieht großen Nachholbedarf bei dem Ausbau der Schienen-Infrastruktur in Deutschland und beklagt Unpünktlichkeit.

Der Lobbyverband „Allianz pro Schiene“ kritisiert die Verspätungen im Schienenverkehr.

Quelle: dpa

BerlinAuch bei Güterzügen gibt es nach Einschätzung eines Bahnverbands Probleme mit der Pünktlichkeit. Die Zahlen der Fernzüge der Deutschen Bahn seien „nur die Spitze des Eisbergs“, sagte der Geschäftsführer des Lobbyverbands Allianz pro Schiene, Dirk Flege, am Dienstag. „Wir haben auch massive Pünktlichkeitsprobleme im Schienengüterverkehr – egal welches Unternehmen.“

Wenn man als Autofahrer in einen Stau gerate, leite einen das Navi um. Das gehe auf der Schiene nicht so einfach. Fernzüge und Güterzüge teilten sich das Schienennetz. „Wenn eine Bahn unpünktlich ist, dann schaukelt sich das schnell im Schienenverkehr hoch“, sagte Flege. Wenn ein ICE verspätet sei, müssten Güterzüge öfter warten.

Die Infrastruktur müsse in Deutschland massiv ausgebaut werden, forderten Flege und sieben andere Bahnverbände in Berlin. Dazu zähle auch der geplante Ausbau von Überholgleisen. Es müsse insgesamt mehr Geld im Haushalt 2019 eingestellt werden als bisher geplant.

Für den Neu- und Ausbau von Autobahnen würden in den nächsten drei Jahren „Rekordsummen“ fließen, kritisierten die Verbände. Dafür sei 2019 fast 60 Prozent mehr Geld eingeplant als 2017. Bei der Schiene würden die Ausgaben dagegen nur um 19 Prozent steigen, sagte Flege. Grundsätzlich attestierten die Verbände der Bundesregierung „eine neue Ernsthaftigkeit“ bei der Bahnpolitik. Das müsse sich nun aber auch im Haushalt zeigen.