Piloten-Streik

Gewerkschaften wollen Ryanair hart treffen

40 Maschinen hat Ryanair in Deutschland stationiert. Geht es nach den Gewerkschaften wird während der Streiks am Mittwoch keine einzige davon abheben.

Die Airline hat 150 Flüge wegen des geplanten Streiks abgesagt.

Quelle: Reuters

Frankfurt/BerlinDer erste gemeinsame Streik von Piloten und Flugbegleitern soll den Billigflieger Ryanair nach dem Willen der Gewerkschaften hart treffen. „Es wird für Ryanair am Mittwoch sehr schwierig, noch Flugzeuge aus Deutschland zu bewegen“, sagte der Sprecher der Vereinigung Cockpit, Markus Wahl, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Mit der ebenfalls streikbereiten Gewerkschaft Verdi sei man im Austausch.

Ryanair hatte am Dienstagvormittag noch keine Flüge für den geplanten Streiktag abgesagt, sondern die Piloten aufgefordert, ihrer Arbeit nachzugehen. Der größte europäische Billigflieger hat an elf deutschen Flughäfen mehr als 40 Flugzeuge stationiert, rund ein Zehntel seiner Flotte.

VC und Verdi haben für diesen Mittwoch einen ganztägigen Streik an den deutschen Basen angekündigt. Dort sind rund 400 Piloten und 1000 Flugbegleiter beschäftigt. Unter den Piloten gibt es nach VC-Einschätzung etwa ein Drittel, das nicht direkt bei Ryanair angestellt ist und daher nicht mitstreiken kann. Für Verdi ist es der erste Streik bei Ryanair.

Bei der ersten Streikwelle am 10. August hatten die deutschen Piloten gemeinsam mit Kollegen aus den Niederlanden, Belgien und Schweden die Arbeit niedergelegt. Die Airline hatte in der Folge rund 400 Verbindungen abgesagt, rund ein Sechstel des für diesen Tag geplanten Europa-Programms. Betroffen waren damals rund 55.000 Passagiere.

In Deutschland fielen rund 250 Flüge aus. Rund ein Drittel der hierzulande geplanten Verbindungen konnte stattfinden, da die Maschinen und ihre Besatzungen aus dem nicht bestreikten europäischen Ausland gekommen waren. Auch die österreichische Laudamotion musste eine Reihe von Flügen absagen, da sie auf Leihmaschinen der Ryanair angewiesen ist.