Paris, Frankfurt, Amsterdam

Deutsche Banken warnen vor Finanzmarkt-Chaos bei hartem Brexit

Der deutsche Bankenverband BdB warnt vor Problemen an den Finanzmärkten, sollte Großbritannien ohne Anschlussabkommen aus der Europäischen Union ausscheiden. Dies führe nicht nur in London zu Chaos.

Eigentlich sollen sich Großbritannien und die Europäische Union auf die Bedingungen für den künftigen Handel einigen, wenn das Vereinigte Königreich zum 30. März 2019 die Union verlässt.

Quelle: AP

Die deutschen Banken warnen vor Chaos an den Finanzmärkten im Falle eines ungeregelten Brexit. Ohne ein Anschlussabkommen „drohen Verwerfungen an den europäischen Kapitalmärkten – übrigens nicht nur in London, sondern auch in Frankfurt, Paris und Amsterdam“, sagte der Hauptgeschäftsführer des deutschen Bankenverbands BdB, Andreas Krautscheid, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Fortschritte in den Verhandlungen über den für Ende März 2019 geplanten Austritt Großbritanniens aus der EU seien dringend nötig. „Der Brexit beschäftigt die meisten unserer Mitgliedsbanken, und die Sorge bei allen wächst“, betonte Krautscheid.

Er verwies darauf, dass zahlreiche komplexe Kapitalmarktgeschäfte über London laufen. „Jede Nacht werden Millionen von Datensätzen zwischen London und dem Kontinent transferiert“, erläuterte Krautscheid. „Ohne eine Brexit-Einigung beziehungsweise eine Übergangsregelung müssten Ende März von einem Tag auf den anderen die Leitungen gekappt werden, weil die europäische Datenschutzgrundverordnung den Datenaustausch mit einem Drittstaat nicht zulässt.“ Das könnte nicht nur für die Finanzwirtschaft erhebliche Konsequenzen haben, sondern für die gesamte Industrie, betonte der Verbandsvertreter.