Ausgleich zu Trumps Politik

Klimamaßnahmen Chinas und Indiens wirken

Die globale Erderwärmung könnte dank der Bemühungen von China und Indien in Sachen Umweltschutz geringer ausfallen als bisher angenommen.

Die Erderwärmung schreitet voran - helfen die Maßnahmen von China und Indien?

Quelle: dpa

Dank einer strengeren Klimapolitik in China und Indien dürfte die globale Erderwärmung einer Studie zufolge etwas weniger schlimm ausfallen als bisher angenommen. Bis zum Jahr 2100 werde die Temperatur auf der Erde wohl um 3,4 Prozent steigen, heißt es in dem am Mittwoch bei der Klimakonferenz in Bonn veröffentlichten "Carbon Action Tracker" (CAT), an dem drei unabhängige europäische Forschungsgruppen beteiligt sind. Vor einem Jahr wurde noch ein Anstieg von 3,6 Prozent prognostiziert.

"Es ist das erste Mal seit Beginn der CAT-Erhebungen 2009, dass die Politik auf nationaler Ebene messbar die Schätzungen für die Temperaturen am Ende des Jahrhunderts reduziert", heißt es in der Studie. Demnach dürfte China sein im Pariser Weltklima-Abkommen vereinbartes Ziel übererfüllen, den Höchststand beim Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid 2030 zu erreichen. Auch Indien mache Fortschritte, den durch Kohlekraftwerke verursachten Ausstoß zu verringern.

Nach UN-Angaben zerstört aber auch ein Temperaturanstieg von drei Grad Korallenriffe und bringt Gletscher sowie das Eis in der Arktis im Sommer zum Schmelzen. Einer anderen, am Montag veröffentlichten Studie zufolge dürfte der CO2-Ausstoß in diesem Jahr um zwei Prozent steigen. Damit wären Hoffnungen zunichtegemacht, dass der Höhepunkt weltweit erreicht sein könnte. Hauptverursacher für den Anstieg war demnach China mit einem Plus von 3,5 Prozent.

Im Gegensatz zur internationalen Gemeinschaft bezweifelt US-Präsident Donald Trump, dass die Erderwärmung von Menschen verursacht wird. Er will Arbeitsplätze in der US-Industrie schaffen, die fossile Brennstoffe verwendet. Das Pariser Klima-Vertrag lehnt er ab.