Strompreisauktionen

Windanlagenbauer in Deutschland unter Druck

Trotz immer mehr installierter Windräder kämpft die Branche mit den roten Zahlen. Eine Erholung ist wohl erst ab 2020 in Sicht  – Grund dafür sind auch sinkende Subventionen.

Der deutsche Markt für Windkraftanlagen wird unruhiger. Obwohl immer mehr Windräder installiert werden, die Hersteller rutschen in die roten Zahlen.

Quelle: dpa

Deutsche Windanlagenbauer kämpfen mit Preisdruck und Auftragsflaute aus dem vergangenen Jahr. Umsatz und operatives Ergebnis der Hersteller Nordex und Senvion brachen im ersten Halbjahr erneut ein, wie sie am Dienstag mitteilten. Unter dem Strich schrieben die Unternehmen rote Zahlen.

Wie andere Hersteller der Branche kämpfen die beiden Unternehmen damit, dass zwar immer mehr Windräder installiert werden, diese jedoch weniger einbringen als früher. Grund dafür ist der Wechsel von festen Einspeisetarifen hin zu Auktionen. Europaweit finden Ausschreibungen für neue Anlagen inzwischen überwiegend über eine Auktion statt, was Preise drückt. Dies gilt vor allem für Anlagen an Land, da der Markt zunehmend gesättigt ist und Subventionen heruntergefahren werden.

Der deutsche Markt gilt dabei als besonders schwierig. Nordex-Chef José Luis Blanco geht erst ab 2020 von seiner Erholung aus. Die Jahre davor dürften schwierig bleiben. Deshalb expandierten Nordex wie andere Hersteller in neue Märkte. Stärkste Einzelmärkte seien bei den Aufträgen Brasilien, Mexiko und die USA. In Europa seien es Frankreich, die Türkei und Schweden.

Der Umsatz von Nordex brach in den ersten sechs Monaten um mehr als ein Drittel auf 957 Millionen Euro ein. Unter dem Strich schrieb der Konzern einen Verlust von gut 40 Millionen Euro. Bei Senvion rutsche der Umsatz im ersten Halbjahr um fast 44 Prozent auf 466 Millionen Euro ab.