IfW Kiel

Institut für Weltwirtschaft steckt in finanzieller Not

von Bert Losse

Das renommierte Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel ist in eine finanzielle Schieflage geraten. Nach Recherchen der WirtschaftsWoche zeichnet sich für die nächsten Jahre ein harter Sparkurs ab.

Das Gebäude des IfW in Kiel.

Foto: IfW Kiel

Quelle: Presse

„2018, 2019 und 2020 rechnen wir bei konservativer Planung damit, dass jeweils rund 3,5 bis 4 Prozent der geplanten Ausgaben nicht durch Einnahmen gedeckt sind“, bestätigt Guido Warlimont, Sprecher des Instituts. Angesichts des IfW-Gesamtbudgets von rund zwölf Millionen Euro ergibt sich daraus eine jährliche Einnahmelücke von 400.000 bis 500.000 Euro.

Die Differenz könne aus Rücklagen ausgeglichen werden, sei aber „nicht nachhaltig tragbar“, sagte Warlimont der WirtschaftsWoche. Deshalb müsse das IfW „in den kommenden Jahren die Personal- und Sachkosten im Vergleich zu den Planungen zurückführen und in größerem Umfang als geplant Drittmittel zur Finanzierung unseres Budgets einwerben“.

Verantwortlich für die Finanzprobleme ist IfW-Präsident Dennis Snower, der im kommenden Februar aus dem Amt scheidet. Snower hatte den Personalbestand am IfW in den vergangenen Jahren kräftig erhöht. Derzeit arbeiten 175 Mitarbeiter an der Kieler Förde, davon 99 Wissenschaftler.

Sollte es demnächst zu einem Personalabbau kommen, wären davon laut WirtschaftsWoche in erster Linie jüngere Wissenschaftler und Post-Doktoranden betroffen, deren Verträge meist befristet sind. Snowers designierter Nachfolger, der Münchner Ökonom Gabriel Felbermayr, habe den Vertrag mit dem IfW noch nicht unterschrieben, heißt es in Institutskreisen. Aktuell verhandelt er dem Vernehmen nach mit der Landesregierung Schleswig-Holsteins über zusätzliche Mittel für das angeschlagene Institut.

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