Konjunktur

Aufschwung setzt sich in zweiter Jahreshälfte fort

Die deutsche Konjunktur trotzt weiterhin dem schwachen Welthandel. Der Aufschwung soll sich auch im zweiten Halbjahr fortsetzen.

Getrieben werde der Aufschwung vor allem von der Binnenwirtschaft, etwa Dienstleistern und der Baubranche.

Quelle: dpa

BerlinDie Bundesregierung rechnet ungeachtet eines schwierigeren Umfelds mit einem anhaltenden Aufschwung in Deutschland. „Die deutsche Konjunktur zeigt sich solide, trotz eines schwachen Welthandels und außenwirtschaftlicher Unwägbarkeiten“, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Monatsbericht des Bundeswirtschaftsministeriums. „Der Aufschwung wird sich im zweiten Halbjahr trotz der Unsicherheiten aus dem außenwirtschaftlichen Umfeld fortsetzen.“ Getrieben werde er vor allem von der Binnenwirtschaft, etwa Dienstleistern und der Baubranche.

Industrieaufträge, Exporte und Produktion waren zu Beginn der zweiten Jahreshälfte jeweils gesunken. „Dies beruht aber teilweise auf Sondereffekten und ist nicht allein auf die aktuelle Welthandelsflaute zurückzuführen“, erklärte das Ministerium. „Die Industrie sollte daher ihre aktuelle Verschnaufpause im weiteren Jahresverlauf wieder überwinden.“ Handelskonflikte, der nahende EU-Austritt Großbritanniens und Währungskrisen in Schwellenländern wie der Türkei und Argentinien werden derzeit zu den Konjunkturrisiken gezählt.

Die führenden Forschungsinstitute sagen Europas größter Volkswirtschaft bis mindestens 2020 einen stabilen Aufschwung voraus. Demnach soll das Bruttoinlandsprodukt jährlich zwischen 1,7 und 2,0 Prozent wachsen. Treiber sind der von niedrigen Zinsen und dem enormen Bedarf an Wohnungen getriebene Bauboom sowie der von Rekordbeschäftigung und steigenden Löhnen gespeiste private Konsum.